Politik-AG: Diskussion

08. Feb 2020

mit dem Produzenten des kontrovers diskutierten Ulmer „Vielfalt“-Videos

Am 17. Dezember 2019 hatten wir Herrn Abdulkader, den Regisseur von Cinematicz und Produzenten des vieldiskutierten „Vielfalt leben in Deiner Stadt“-Films zu Gast bei uns in der Politik AG. Wir hatten die Möglichkeit, ihm trotz des Fehlens einer großen Anzahl unserer Mitglieder, einige Fragen zur Entstehung des Films, seinen Ideen dazu, der beabsichtigten Interpretation des Filmes und seiner Kooperation mit dem Auftraggeber, der Stadt Ulm, welche durch Frank Riethdorf vertreten war, zu stellen. Nachdem unsere vorbereiteten Fragen beantwortet waren, gingen wir noch in eine offene Fragerunde über, in welcher das gesamte Auditorium noch in das Gespräch mit Herrn Abdulkader kommen konnte und eine offene Diskussion über dessen Film führen konnte. Herr Zloch und seine Model United Nations-AG stärkten die Runde mit ihrer Anwesenheit.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Technik konnten wir trotzdem rechtzeitig um 13:45 mit der Fragerunde beginnen. Nachdem Hr. Zillikens unsere Politik-AG vorgestellt hatte, erzählte uns Hr. Abdulkader bereits einige Hintergründe zu der Entstehung des Filmes, wie beispielsweise, dass er ihn am liebsten viel größer und länger gestaltet hätte, der Film dann aber nicht mehr als kurze und klare Botschaft enthalten durfte, oder auch darüber, dass die Stadt Ulm und er gemeinsam gearbeitet haben und die Zusammenarbeit meist wie geschmiert ablief. In unserer Fragerunde drehte es sich dann erstmal um die Entstehungsgeschichte des Filmes, bis wir ziemlich schnell bei dem Hauptthema der Frage- und später auch Diskussionsrunde angekommen waren: Was hat Herrn Abdulkader angetrieben? Wir kamen durch die Frage, ob nicht vielleicht überspitzte Klischees zu sehr dargestellt und der "Durchschnittsbürger" vielleicht ein wenig vernachlässigt wurde, zu diesem Thema. Herr Abdulkader stellte dann klar, dass sich seiner Meinung nach jeder Bürger in einem der Charaktere des Films wiederfinden könne und das dies daher kein Problem sei, denn – „Was ist ein Durchschnittsbürger?“ Diese Frage sei, so Abdulkader, wohl für jeden anders zu beantworten. Unser abschließendes großes Thema war dann noch die Diskussion um den im Video dargestellten Neonazi und, ob damit eine Akzeptanz für Rechtsradikale beabsichtigt war. Dies verneinte Herr Abdulkader voll und ganz; das Ziel der Szene sei, zu zeigen, dass wir alle im Grunde Menschen sind, jedoch manche einfach auf falsche Bahnen geraten. Zudem sagte er noch dazu, dass es jedem nun frei stehe zu interpretieren, ob die Rettung der Tochter des Rechtsradikalen durch einen Herrn mit Migrationshintergrund vielleicht sogar der erste Schritt zu einer Veränderung in dem Rechtsradikalen sein könnte.  

Als Schlusswort merkte Herr Abdulkader an, dass die allgemeine Aussage des Filmes sei, dass wir im tiefen Inneren alle Menschen sind und jeder gut sein kann, wenn er nur möchte und alle anderen Menschen um sich herum akzeptiert.